Foto: Frau hält Wunderkerze in beiden Händen - Foto zum Beitrag Trennung von einem Narzissten

Die Trennung von einem Narzissten ist eine Sache für sich. Denn du lebst in einem Netz aus Manipulation, Versprechen, deinem Glauben an Veränderung und immer neuer Hoffnung. Meistens weißt du gar nicht, wie dir geschieht. Du bist nicht mehr du selbst. Du siehst, dass sich etwas ändern muss, damit es dir besser geht. Und doch bleibst du in der toxischen Partnerschaft mit einem Narzissten, nicht nur viele Wochen und Monate, sondern häufig Jahre, bevor Du dich endlich lösen kannst.

Und dann geht es oft erst richtig los.
Wie kannst du das Drama vermeiden?

1. Die Situation akzeptieren

Der Schlüssel für die Trennung von einem Narzissten ist, die Situation zu akzeptieren. Der Narzisst ist, wie er ist. Er wird dich nie verstehen, und du wirst ihn nie verstehen. Das musst du auch gar nicht. Du musst nur mit Gewissheit spüren: Dieser Mensch ist nicht gut für mich. Er gehört nicht in mein Leben.

Ich weiß, dann kommen die Zweifel:  „Das kann noch nicht sein….“ oder „Das meint er bestimmt nicht so…“. Du entschuldigst sein Verhalten: „Das war bestimmt ein Missverständnis…“ oder „Andere haben ihm übel mitgespielt, er kann nichts dafür.“ Oder du suchst die Schuld bei dir: „Ich habe etwas falsch gemacht. Darüber müssen wir nur reden, dann wird alles besser.“

Aber leider sind Diskussionen mit einem Narzissten oft endlos und führen doch zu nichts. Du wirst ihn nicht von deinen Standpunkten überzeugen, auch wenn du nachweisbar recht hast.

Diese Situation zu akzeptieren, so hart und kalt wie sie ist, ist der Start in dein selbstbestimmtes Leben. Tritt einen Schritt zurück, lasse los. Wenn dir das zu schwierig erscheint, suche dir Unterstützung.

2. Hier trügt die Hoffnung leider…

Dabei war am Anfang alles so wunderschön, du hast dich wie eine Prinzessin oder wie ein Prinz gefühlt, umgarnt von einem charmanten Narzissten. Scheinbar geliebt, bewundert, die Nummer 1. Irgendwann hat sich das verändert, und er fing an, dich zu manipulieren, zu beschimpfen, zu meckern, dich klein zu machen.

Dennoch hoffst du, dass das gute Gefühl aus der Anfangszeit wiederkommt, dass das alles nur eine Phase ist.

Ich weiß, das klingt hart, aber in einer Partnerschaft mit einem Narzissten ist Hoffnung fehl am Platz. Die Hoffnung auf positive Veränderung, echte Liebe und Zuneigung ist unbegründet. Je länger du dich an diese Hoffnung klammerst, desto länger wirst du in der toxischen Partnerschaft verharren.

Denke daran: Freundschaft und Liebe dürfen sich einfach gut anfühlen. Wenn du dieses Grundgefühl nicht hast und dich an Hoffnungen klammerst, stimmt etwas nicht.

3. Bleib bei dir selbst

Schlage einen ganz anderen Weg ein: statt dich ständig mit dem Narzissten zu beschäftigen, schaue auf dich selbst: Wer bist du, wofür stehst du? Was macht dich aus, was sind deine Wünsche und Träume, welche Grenzen darfst du ziehen? Welche unbewussten Überzeugungen hast du, die dich zu einem guten Partner/Partnerin für den Narzissten gemacht haben? Ändere diese inneren Wahrheiten, die dir sonst immer wieder ein Bein stellen werden, falls nötig mit professioneller Unterstützung.

Ein gutes und starkes Bewusstsein für dich selbst ist der beste Schutz gegen narzisstische Übergriffe.

4. Gelungene Kommunikation rund um die Trennung

Die Trennung von einem Narzissten kann eine ganz eigene Dynamik entwickeln. Das kann sich wie eine Achterbahn anfühlen, gerade in der Kommunikation.

Deshalb wird die „Kein-Kontakt-Regel“ empfohlen. Vor allem wenn du gemeinsame (minderjährige) Kinder mit dem Narzissten hast, geht das allerdings nicht. Dann gilt: Sei klar in deiner Kommunikation. Kommuniziere vor Zeugen. Lasse dich nicht in Diskussionen verwickeln. Komm auf den Punkt. Das alles setzt voraus, dass du selbst gut weißt, was du willst. Auch das kann man lernen, das alles wird im Coaching geübt.

5. Fazit: Stück für Stück loslassen

Die Trennung von einem Narzissten ist eine große Herausforderung. Der Weg führt über dich selbst. Richte den Fokus wieder auf dich selbst, lasse den narzisstischen Partner Stück für Stück los. Und ja, das klingt leichter als es ist. Aber es ist möglich.

 

Bildnachweis: pixabay/Free-Photos